Knieprothese (Bikondyläre Prothese)

Betrifft Arthrose das gesamte Gelenk, leidet die Lebensführung erheblich. Schmerzmittel werden zum ständigen Begleiter und die Reduktion der Alltagsaktivität schränkt das Leben stark ein. Die Rückkehr zum normalen, selbstbestimmten Alltag kann durch die Implantation einer Knieprothese erreicht werden. Anhand von Röntgenaufnahmen erfolgt durch spezielle Computerprogramme präoperativ die Planung der Prothese; dabei werden formale Abweichungen der Beinachse miteinbezogen und korrigiert, sodass postoperativ eine optimal anatomische Beinachse hergestellt ist. Durch dieses Vorgehen hält eine Prothese sehr viele Jahre und ein vorzeitiger Verschleiß mit Wechseloperationen wird vermieden.

Wie läuft die Operation ab?

In einem ca. 1 stündigen Eingriff erfolgt der Einbau über einen zentralen Hautschnitt. Der Knochen wird durch geführte Sägeschnitte für die Implantation vorbereitet, die weichteilige Kapsel-Bandspannung wird als Referenz für den Einbau verwendet damit der Bewegungsablauf des Gelenks unverändert bleibt.

Probeimplantate dienen vor dem endgültigen Einbau der Prothese als Kontrolle. Danach wird die Wundhöhle aufwendig gereinigt, Schmerzmittel in das umliegende Gewebe gespritzt. Dann wird das neue Gelenk implantiert, die Wundhöhle erneut gespült und schichtweise verschlossen.

Postoperativ verbringt man einige Zeit im Aufwachraum bis die Verlegung bei stabilem Kreislauf und optimal eingestellten Schmerzen auf die Station erfolgen kann.

In vielen Fällen ist es möglich, noch am Tag der Operation aufzustehen, um an Krücken die ersten Schritte zu gehen. Das Kniegelenk kann postoperativ sofort voll belastet werden.

Der Klinikaufenthalt liegt bei 4-5 Nächten. Unter Anleitung einer/es Physiotherapeutin/en wird in den Folgetagen das Gehen und ab dem 3 Tag das Treppensteigen geübt.

Was erwartet die Patienten nach der OP?

Auf die stationäre Phase folgt nach Entlassung intensive Physiotherapie bis die Wunde vollkommen geschlossen und die Hautnaht entfernt wurde.

3 Wochen nach der Operation beginnt die individuelle Reha entweder im ambulanten Setting oder stationär in Fachkliniken, die sich auf die Behandlung nach Gelenkersatzoperationen spezialisiert haben.

Frühe Mobilisierung

Um den Heilungsprozess optimal zu gestalten und um frühe Komplikationen zu verhindern, ist unser Ziel ihre schnellstmögliche Mobilisierung. In vielen Fällen kann bereits am Nachmittag des OP Tags erstmals aufgestanden werden, spätestens jedoch am 1. Tag nach der Operation.

Durch den weitgehenden Verzicht von Redondrainagen kann es postoperativ zu einem ausgeprägten Bluterguss kommen. Dieser sieht häufig bedrohlich aus, ist aber nicht schlimm und wird im Laufe der Heilung vom Körper resorbiert. Um den Abbau des Hämatoms zu beschleunigen, ist das häufige Bewegen der Füße zur Aktivierung der Muskelpumpe wichtig.

Zusätzlich empfiehlt es sich, jede Stunde im Zimmer 5 Minuten zu gehen, um den Kreislauf in Gang zu bringen und um den Lymphabfluss zu unterstützen.

Durch die Verwendung einer visuellen Schmerzskala können wir die Gabe von Schmerzmitteln sehr individuell gestalten. Dies hat den Vorteil, daß Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen, Darmträgheit ect. geringgehalten werden können.

Ein gut tolerierbarer Restschmerz wird sie dennoch einige Tage begleiten.

Nach dem Ende der Reha Maßnahmen werden Sie ohne Unterarmgehstützen laufen. Trotzdem erhalten sie weiterhin professionelle Unterstützung durch uns oder durch ihren Orthopäden vor Ort.

Für Sie am wichtigsten ist, dass Sie die erlernten Übungen auch weiterhin zu Hause durchführen, damit Sie schnell wieder in Ihren Alltag zurückfinden.

Bis sich Ihr Körper ganz an das neue Kniegelenk gewöhnt hat, vergeht in der Regel ein Jahr. Für Sie zeigt sich dieser Verlauf vor allem dadurch, dass das Knie nach Belastung, immer wieder mal dicker wird, dass es sich immer mal wieder etwas wärmer anfühlt. Das sind ganz normale biologische Prozesse, aber schon kurz nach der OP werden Sie sehen, daß Sie deutlich mehr machen können als vor der Operation.

Das alles so verläuft wie es gewünscht ist, zeigt sich für Sie, an immer länger werdenden Abständen, zwischen Schwellungen, Erwärmungen und Schmerzen. Bei immer länger werdenden Gehstrecken und der Wiederaufnahme sportlicher Aktivität.