Das digitale Röntgen und die Computertomographie erlauben eine Darstellung des Knochens. Wenn Ihre Beschwerden allerdings den Knorpel, Muskeln, Sehnen oder Bänder betreffen, können diese Bildgebungsmodalitäten häufig keine ausreichende Antwort liefern. In diesen Fällen ist die Magnetresonanztomographie (MRT) häufig der nächste Schritt in der Diagnostik. Das MRT ermöglicht uns, eine detailreiche Darstellung dieser Gewebe, ohne Sie dabei ionisierender Strahlung auszusetzen.

Wie funktioniert eine Magnetresonanztomographie?

Im Gegensatz zum Röntgen nutzt das MRT keine Strahlen, sondern ein extrem starkes Magnetfeld und Radiowellen. Man kann sich das vereinfacht so vorstellen: Ihr Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasserstoffatomen. Diese kleinen „Magnetnadeln“ richten sich im starken Feld des MRT-Geräts wie Kompassnadeln aus. Durch kurze Radioimpulse werden diese Atome kurzzeitig aus dem Takt gebracht. Sobald der Impuls jedoch stoppt, schwingen die Atome in ihre Ausgangslage zurück und senden dabei ein Signal aus. Ein hochempfindliches Computersystem fängt diese Signale auf. Da unterschiedliche Gewebe (wie Muskeln, Fett, Knorpel, Sehnen oder Wasser) verschieden schnell zurückschwingen, können aus diesen unterschiedlichen Signalen komplexe Bilder mit einem extrem hohen Kontrastreichtum berechnet werden.

Wie läuft eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung ab?

Eine MRT-Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei, erfordert aber etwas mehr Zeit und Geduld als ein Röntgenbild oder eine Computertomographie. Die Untersuchung erfolgt in einem radiologischen Institut / Praxis. Vor der Untersuchung wird erfragt, ob Sie Implantate (z.b. Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Platten, Schrauben) oder Fremdköper wie Metallsplitter im Körper tragen. Auch wenn viele moderne Implantate „MRT-tauglich“ sind, muss dies sorgsam für jeden Einzelfall geprüft werden.

Vor der Untersuchung müssen Sie alle metallhaltigen Gegenstände wie Schmuck, Uhren, Piercings, Hörgeräte oder Kleidung mit Reißverschlüssen ablegen. Durch das extrem starke Magnetfeld des MRTs würden diese mit einer sehr großen Kraft angezogen werden.

Bei der eigentlichen Untersuchung liegen sie auf einer Liege, die in das MRT gefahren wird. Während der Aufnahme entstehen laute, klopfende Geräusche. Diese entstehen durch die Magnetspulen, die für die Untersuchung schnell an- und ausgeschaltet werden. Sie erhalten einen Gehörschutz oder Kopfhörer mit Musik.

Anders als bei der Computertomographie, werden bei der MRT alle Sequenzen einzeln aufgenommen. Daher ist die Untersuchungszeit mit 15 bis 30 Minuten, je nach Fragestellung, deutlich länger. In dieser Zeit ist es wichtig, dass Sie still liegen, damit es nicht zu Bewegungsartefakten kommt.

Anschließend wird kontrolliert, dass die Aufnahmen den Qualitätsstandards entsprechen.

In den meisten radiologischen Praxis bekommen Sie heute einen QR-Code ausgehändigt. Dieser erlaubt den online Zugriff auf Ihre Untersuchung. Bringen Sie diesen Code bitte unbedingt mit zu Ihrem nächsten Sprechstundentermin.

Vorteile der Magnetresonanztomographie?

Die Magnetresonanztomographie bieten den besten Weichteilkontrast aller bildgebenden Verfahren. So erlaubt das MRT die detaillierte Darstellung von Knorpel, Muskeln, Sehnen, Bänder oder Nervenfasern. Zusätzliche erlaub die MRT die Detektion von Stressreaktionen im Knochen, sogenannten Knochenmarködem. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Röntgen oder CT ist der Verzicht auf Röntgenstrahlen.

Wann kommt die Magnetresonanztomographie zum Einsatz?

In der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin wird die MRT immer dann eingesetzt, wenn eine Beurteilung der Weichteile oder der inneren Knochenstruktur notwendig ist. Typische Einsatzgebiete sind Bandverletzungen (z.B. Kreuzbandriss, Syndesmosenverletzungen), Sehnenschäden (z.B. Peronealsehnen, Hamstrings), akute Verletzungen oder Verschleiß (Arthrose) des Knorpels, Verengungen des Wirbelkanals (z.B. Bandscheibenvorfälle), Stressreaktionen des Knochens (Knochenmarködeme) oder entzündliche Prozesse.

Was sind die Grenzen der Magnetresonanztomographie?

Obwohl das MRT häufig als der „Alleskönner“ der Bildgebung dargestellt wird, hat auch diese Untersuchung ihre Grenzen. Die Hauptlimitation der MRT ist, dass sie nur eine bedingte Auflösung des Knochens zulässt, da es vor allem auf wasserhaltiges Gewebe reagiert. So können z.B. knöcherne Avulsionen oder kleine Knochenfragment im Gelenk (sogenannte freie Gelenkkörper) nicht sicher dargestellt werden. Aufgrund der Dauer der Untersuchung und der Größe der MRT kann diese Untersuchung für PatientInnen mit Platzangst belastend oder nicht möglich sein. Ebenso sind besondere Vorkehrungen bei Herzschrittmachern oder Defibrillatoren zu treffen. Bestimmte alte Schrittmacher, Implantate oder Metallsplitter können eine Untersuchung unmöglich machen.

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