Sonographie
In der modernen Orthopädie ist die Sonographie (Ultraschall) ein unverzichtbares Instrument für eine schnelle und strahlungsfreie Diagnose. Sie ist nach der körperlichen Untersuchung häufig das erste bildgebende Verfahren. Besonders bei der Beurteilung von Weichteilen wie Muskeln, Sehnen und Bändern ist sie oft das Mittel der ersten Wahl. Auch Gelenkergüsse, Schleimbeutelentzündungen, Ganglien, Gefäße und Nerven lassen sich darstellen.
Wie funktioniert die Sonographie?
Die von uns verwendeten Ultraschallgeräte bestehen im Wesentlichen aus einem Computer mit Monitor und einem handlichen Schallkopf, der das Herzstück der Untersuchung ist. Der Schallkopf sendet Hochfrequenz-Schallwellen in den Körper aus. Diese Wellen dringen in das Gewebe ein und werden von Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Knochenoberflächen unterschiedlich stark reflektiert – ganz ähnlich wie ein Echo in den Bergen. Damit die Schallwellen optimal in den Körper eindringen können, wird vor der Untersuchung ein Ultraschallgel auf die Haut aufgebracht. Die reflektierten Schallwellen werden von dem Schallkopf wieder aufgefangen. Das entsprechende Signal wird an den Computer gesendet und dort unmittelbar in ein bewegtes Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt, welches in Echtzeit auf dem Monitor sichtbar ist. An dem Computer können eine Vielzahl von Einstellungen vorgenommen werden, um die Bildqualität weiter zu verbessern. Zusätzlich verfügen unsere Ultraschallgerät über einen sogenannten Doppler-Modus. Damit kann der Blutfluss innerhalb des Gewebes in Echtzeit sichtbar gemacht werden. Dies gelingt über die Veränderung der Schallwellen durch die Bewegung der roten Blutkörperchen. Dieser Fluss kann entweder als visuelles oder akustisches Signal dargestellt werden.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Untersuchung ist unkompliziert und schmerzfrei. Es ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Je nachdem welche Region untersucht wird findet sie im Sitzen oder im Liegen auf der Untersuchungsliege statt. Zuerst wird ein Kontaktgel (Ultraschallgel) auf die Haut der zu untersuchenden Region aufgetragen. Dies erlaubt den Schallwellen ohne Luftwiderstand in den Körper einzudringen. Anschließend wird der Ultraschallkopf aufgelegt und während der Untersuchung bewegt und verkippt und die unterschiedlichen Strukturen beurteilen zu können. Häufig werden Sie gebeten, das Gelenk unter Anleitung zu bewegen, um Probleme direkt unter Belastung zu begutachten.
Meist dauert die Untersuchung nur wenige Minuten und das Ergebnis kann sofort besprochen werden. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und ohne jegliche Strahlenbelastung.
Was sind die Vorteile?
Der große Vorteil der Ultraschalluntersuchung ist ihre breite Verfügbarkeit und schnelle Anwendbarkeit. Sie kann direkt in der Sprechstunde ohne zusätzliche Wartezeit durchgeführt werden und erlaubt somit eine sofortige Beurteilung der zu untersuchenden Region. Des Weiteren ist sie eine der wenigen Untersuchungen die eine dynamische Darstellung von, Sehnen, Muskeln und Bändern zulässt. So können z.B. dynamische Gelenkinstabilität sichtbar gemacht werden, die in nicht-belasteten Aufnahmen, wie z.B. dem MRT, nicht darstellbar sind. Da keine Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt, sondern lediglich Schallwellen, ist die Ultraschalluntersuchung auch bedenkenlos für Kinder und Schwangere geeignet.
Wo liegen die Grenzen?
Trotz ihrer Stärken kann die Sonographie nicht alles leisten. Ultraschallwellen können Knochenoberflächen nicht durchdringen und somit Veränderungen innerhalb des Knochens, wie z.B. Knochenmarködeme oder Knochenzysten, nicht darstellen. Auch können Strukturen tief innerhalb von Gelenken, wie z. B. die Kreuzbänder oder Knorpel), nicht oder nur eingeschränkt beurteilt werden. Hier ist oft eine weiterführende Bildgebung, wie z.B. ein MRT, notwendig. Zuletzt ist wichtig zu erwähnen, dass die Ultraschalluntersuchung stark von der Erfahrung der untersuchenden Person abhängig ist. Ein Schulterspezialist kann z.B. sehr gut Ihre Rotatorenmanschette untersuchen, eine Neurologin die peripheren Nerven.




